Eine zur Abwechslung mal verständliche Anleitung
zu PGP

Warum verschlüsseln?
Eigentlich hätte ich mir diesen Abschnitt schenken können.
Wer hier nachlesen will, wies funktioniert, den muss ich nicht mehr zum
Gebrauch überzeugen. Und die "Ist doch alles nur halb so wild" - Denkenden
werd ich wohl eher nicht überzeugen können. Aber ich probiers
mal.
Ausser der in der letzten Seite angegeben Spassbegründung muss
es doch noch ernsthafte Gründe dafür geben, die privaten Mails
nicht an die grosse Glock zu hängen. Denn das tun SIE bei unverschlüsselten
Mails. Jeder kann Ihre verschickten Mails lesen, der zwischen Ihnen und
dem Empfänger ist. Und wahrscheinlich wissen Sie nicht einmal, wer
das ist. Es ist etwa so, wie wenn Sie eine Postkarte nicht in den Briefkasten
werfen, sondern einem Wildfremden in die Hand drücken und dem sagen,
er solle die Karte dem Empfänger bringen, oder sonstwie dafür
sorgen, dass die Karte ankommt.
An einem Ort kommen allerdings alle Ihre Mails vorbei. Nämlich
bei Ihrem Provider (Provider: Damit mein ich hier denjenigen, der den Computer
betreibt, der so heisst, wie der Teil nach dem @-Zeichen in Ihrer Mailadresse.
Wenn Ihre Mailadresse bimbo@freeinternet.ch heisst, dann ist Ihr Provider
"Freeinternet.ch". Meisstens heisst die Betreiberbude auch gleich so. Zum
Beispiel bei doedel@diax.ch ). Und wenn man so die
Nachrichten in letzter Zeit verfolgt, hat man das Gefühl, die sind
nur in einer Sache zuverlässig: Im Lecks produzieren. Immer wieder
sind sämtlich Mails für alle Welt zugreiffbar. Das Problem ist,
dass es ziemlich schwierig ist, die Sache sicher zu machen. Dafür
braucht es Experten und die sind zur Zeit etwas selten. Daher wird an vielen
Orten in der Informatik nach dem Prinzip "Mal schauen obs
geht" gearbeitet. So auch beim elektronischen Postsystem. Da gibt es
etwa tausend Schalterchen, bei denen man als Anfänger keine Ahnung
hat, was damit passieren könnte. So wird halt einfach geschräubelt,
bis die Sache läuft. "Bei uns testet jeder Kunde mit" ist die Devise.
Auch grosse Buden sind davor nicht gefeit. Hotmail, gehört immerhin
Microsoft (Lustigerweise läuft der Service bisher auf einem Unix-System,
weil die Heinis eine Portierung auf Windows nicht hingekriegt haben. Ich
wage gar nicht daran zu denken, wieviele Pannen es bei der geplanten Umstellung
geben wird.), schafft es regelmässig sich entschuldigen zu müssen.
Und auch wenn die meisten Leute bei Ihrem Provider zuverlässig
sind braucht es nur ein schwarzes Schaf um Ihre Sicherheit oder Ihre Privatsphäre
ernsthaft zu verletzen. Denn nichts ist einfacher, als ein kleines Tool
zu installieren, der sämtlich Mails auf Stichwörter absucht.
Z.B. "Ferien", um herauszufinden, wann Sie gerade mal nicht zu hause sind
und unter welchem Stein Sie für die Verwandten den Schlüsseln
hinterlegt haben. Oder "Kauf" um herauszufinden, was Sie sich denn so leisten
können. Auch wenn es sich bei dem fehlbaren Mitarbeiten nicht gleich
um einen Dieb handelt, kann er die Infos, versehen mit Ihren persönlichen
Daten wie Adresse usw., die Ihr Provider von Ihnen sicher hat, weiterverkaufen.
Ich sage nicht, dass das wirklich jemand macht oder schon gemacht hat.
Ich sage nur: die Versuchung könnte sehr gross sein, denn die Gefahr
entdeckt zu werden ist minimal.
Und zum Schluss noch die paranoide Variante: Der amerikanische Geheimdienst
wollte unlängst ein System zur systematischen Ueberwachung aller Mails
einführen. Aber wen interessiert das. Ich verstehe auch nicht, warum
sich die Leute in der Schweiz wegen den paar Geheimakten vor ein paar Jahren
so aufgeregt haben. Überwachung seiner Bürger ist schliesslich
die Aufgabe eines Staates, oder?