Eine zur Abwechslung mal verständliche
Anleitung
zu PGP

Mein Code
In diesem Kapitel werden Sie nun endlich zu Pseudoagenten mit eigenem,
streng geheimen Code.
Nachdem der Computer neu gestarten hat, finden Sie unten rechts ein
weiteres kleines Symbölchen in Form eines Schlosses. Bei alten Windows-Versionen
kann dieses Schloss grau sein, aber wahrscheinlich ist es goldig. Dieses
Schloss ist der Ausgangspunkt für viele unserer Operationen. So auch
unserer erster, die Generierung ihres Codes, genannt Schlüsselpaar.
Schlüsselpaar? Reicht ein Schlüssel denn nicht? Nein. Es
braucht zwei. Einen öffentlichen und einen privaten Schlüssel.
Wenn es nämlich nur einen gäbe und Sie diesen Schlüssel
verteilen würden könnte jeder, der Ihren Schlüssel hat,
nicht nur Ihnen Nachrichten schicken, sondern auch Nachrichten für
Sie entschlüsseln. Daher gibt es einen "abgeschwächten" Schlüssel,
eben den "Public-Key". Dieser Schlüssel kann nur codieren. Aber nicht
decodieren.
Also funktioniert das System so: Sie verteilen den öffentlichen
"Public-Key". Damit kann Ihnen jeder eine codierte Nachricht schicken.
So ein Public-Key ist wie eine Schachtel, die jeder zumachen kann, aber
nur Sie öffnen können. Damit das so bleibt, ist es extrem wichtig,
dass der geheime Schlüssel auch geheim bleibt. Sonst könnte nämlich
jeder kommen und Ihre Nachrichten entschlüsseln.
Genug gequatscht. Spielen wir wieder ein wenig. Durch Klicken auf das
Schloss rechts unten und Auswahl der richtigen Option bekommen Sie Ihre
Schlüssel:
Da Sie noch keine Schlüssel haben, öffnet sich ein spezielles
Programm, das sie nur einmal brauchen, und mit dem eben die Schlüssel
generiert werden können.
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Im Eröffnungsfenster steht im wesentlichen, was ich schon oben gesagt
habe. Klicken Sie auf "weiter".
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Wie schon bei Installation müssen Sie hier nochmals Ihren Namen und
Ihre EMail eingeben. Warum ein zweites Mal? Nun, letztes Mal gings darum,
für wen das Programm installiert werden soll. Jetzt gehts darum, auf
wen diesen Schlüssel lauten soll.
Wenn Sie mehrere EMail-Adressen besitzen, wählen Sie hier diejenige
aus, die Sie am häufigsten benutzen, oder diejenige, die Sie veraussichtlich
noch am längsten besitzen werden. Natürlich sollten sie vor allem
diejenige Auswählen, mit der Sie später auch verschlüsselte
Nachrichten verschicken möchten. Und "weiter" gehts.
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Es folgt eine nächste, völlig überflüssige Frage. Klicken
Sie einfach "weiter".
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Jetzt können Sie wählen, wie schwer es sein soll, Ihren Schlüssel
zu knacken. "Nanu?", werden Sie fragen, "es ist möglich, meinen Schlüssel
zu knachen? Aber vorher haben Sie doch gesagt, das Programm sei gut." Leider
ist jedes Schloss zu knacken (fast jedes, aber die unknackbaren sind ziemlich
aufwendig und für Privatanwendungen wirklich nicht brauchbar). Denken
Sie an einen wahnsinng dicken Tresor. Wenn jemand genug Zeit und Sprengstoff
hat, wird er jeden Tresor irgendwann knacken können, egal wieviele
Meter dick die Panzerung ist. Gleiches gilt leider auch bei der Verschlüsselung.
Und leider werden dort die Sprengstoffe immer besser, weil die Computer
immer schneller werden.
Nachdem ich Sie nun total verunsichert habe, wenn Sie bei dieser Option
einfach "weiter" drücken, kann Ihr Schlüssel sicher die nächsten
20 Jahre nicht geknackt werden, weil die Computer einfach noch zu langsam
sind. Das sollte doch reichen, oder?
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Bei Schlüssel könnte man noch angeben, wie lange Sie gültig
sind. Das gibt aber nur Ärger, wir brauchen es daher nicht. Einfach
mit "weiter" überspringen.
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Jetzt kommt etwas ganz wichtiges. Sie müssen einen Satz eingeben,
mit dem Sie später identifizieren. Das ist so etwas wie ein Passwort,
nur etwas besser. Geheimer und einfacher zu merken. Nehmen Sie am besten
einen Satz, der eine Begebenheit betrifft, an die Sie gerade denken. Dann
wird Ihnen nämlich der Satz später immer wieder einfallen. Z.B.
"Vor meinen Haus fährt die Linie 13" oder "ORF2 hat keine Werbung".
Irgendso etwas. Es sollte eine Nummer in dem Satz sein, was ich im Bild
leider nicht so gemacht habe.
Wenn Sie einen Satz gefunden haben müssen Sie Ihn zweimal eingeben.
Damit jemand, der Ihnen über die Schulter schaut, nicht gleich den
Satz erfährt, werden die getippten Buchstaben nicht angezeigt. Wenn
Ihnen aber niemand über die Schulter schaut, dann ist das recht nervig.
Schalten Sie daher zuerst die Option "Hide Typing" aus. Dann sehen Sie,
was Sie schreiben. Danach geben Sie Ihren Satz zweimal ein. Zuerst bei
"Passphrase", dann bei "Confirmation". Während des Schreibns wird
die "Passphrase Quality" (grün eingerahmt) immer grösser, man
sieht den blauen Balken rechts davon wachsen. Dieser Balken sollte am Schluss
der Eingabe ganz gefüllt sein. Ist er es nicht, ist Ihr Satz zu klein,
Sie sollten dann einen anderen wählen.
Uebrigens: Wenn Sie den Satz vergessen haben Sie Ihren Schlüssel verloren.
Und bekommen ihn nicht mehr zurück. Also wählen Sie wirklich
einen Satz, den Sie sich (ohne Aufschreiben) merken könnne.
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Jetzt denkt sich der Comuter eine Form für den Schlüssel aus.
Das macht er automatisch, Sie müssen oder könen also nicht eingreiffen.
Das Sie wahrscheinlich einen neuen, schnellen Computer haben, geht das
nicht alzulang. Wenn er fertig damit ist, gehts "weiter".
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Sie haben nun zwei Schlüssel generieren lassen. Erinnern Sie
sich? Einen für die Öffentlichkeit und einen nur für Sie.
Damit Ihnen alle einen nur für Sie bestimmte Nachricht schicken können,
müssen Sie Ihren öffentlichen Schlüssel haben. Den bekommen
Sie entweder von Ihnen direkt, oder von einem Server, dass heisst, von
einer Art "Schlüsselservice". Dieser Service sammelt möglichst
viele öffentliche Schlüssel. Das ist auch gut so. Daher macht
es durchaus Sinn, wenn Sie Ihren öffentlichen Schlüssel dort
deponieren. Das können Sie jetzt gleich machen, wenn Sie zur Zeit
mit dem Internet verbunden sind. Wählen Sie dann einfach die von mir
grün eingekreiste Option und drücken Sie weiter. Ich habe das
nicht gemacht, weil ich ja nur einen Demoschlüssel generiert habe,
den ich ja nicht weitergeben will. Sie können den Ihren Schlüssel
auch später noch "einsenden".
Also, wenn Sie am Internet sind, wählen Sie die Option. Auf jeden
Fall drücken Sie nach Ihrer Wahl "weiter".
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Uff geschafft. Wieder ein Kapitel hinter uns. Mit "Fertig stellen" verabschiedet
sich das Programm von uns.
Im nächsten Kapitel gehts nun darum, was Sie mit Ihren Schlüssel
anfangen können.